Immer mehr Leute fragen nicht mehr Google, sondern einen Assistenten: „Welcher Elektriker in Essen macht Notdienst?" Ob Ihr Betrieb dort auftaucht, lässt sich nicht erzwingen. Google sagt selbst, dass es für die KI-Antworten in der Suche keine zusätzlichen Anforderungen gibt. Es gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Das ist die gute Nachricht, denn Sie müssen keinen neuen Zaubertrick lernen. Die weniger gute: Sie müssen die Grundlagen wirklich beherrschen.
Die KI-Suche ist für lokale Betriebe ein ernstes Thema, aber kein Grund zur Panik. Wer bei der KI-Suche vorkommen will, braucht erst einmal eine Seite, die sauber gefunden werden kann. Wir haben fünf Dinge zusammengestellt, die Sie in einer halben Stunde selbst prüfen können.
1. Darf die KI-Suche Ihre Seite überhaupt finden?
Das klingt banal, passiert aber öfter, als man denkt. Nach Googles eigener Beschreibung (AI features and your website) muss Ihre Seite im Google-Index sein und mit einem Textausschnitt gezeigt werden dürfen. Mehr braucht es technisch nicht.
Schauen Sie in WordPress unter „Einstellungen" und „Lesen" nach, ob dort „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indizieren" angehakt ist. Das setzen viele beim Bau der Seite und vergessen es danach. Gleich danach lohnt ein Blick in die Datei robots.txt, die Sie unter ihredomain.de/robots.txt sehen. Steht dort „Disallow: /", sperrt sie alles.
2. Haben Sie die KI-Suche ausgesperrt?
Manche Sicherheits-Plugins oder Hoster blocken KI-Crawler pauschal, ohne dass es jemand bemerkt. OpenAI betreibt für die Suche in ChatGPT einen eigenen Crawler namens OAI-SearchBot. Laut OpenAI erscheinen Seiten, die ihn sperren, nicht in den ChatGPT-Suchantworten. Er ist unabhängig vom GPTBot, der Inhalte für das Training sammelt. Sie können also das Training sperren und trotzdem in der Suche vorkommen.
Ob Ihre Seite blockt, sehen Sie in der robots.txt. Wenn Sie dort Einträge finden, die Sie nicht erklären können, fragen Sie nach.
3. Steht das Wichtige als Text auf der Seite?
Google empfiehlt, wichtige Informationen als Text bereitzustellen und nicht nur in Bildern oder PDFs. Das ist für Menschen und Maschinen gleich wichtig. Preise, Öffnungszeiten, Einsatzgebiet, Leistungen: alles in normalen Sätzen, nicht in einem Bild oder einem Download. Wer fragt „Was kostet ein Rohrbruch bei Ihnen?", will keine Preisliste als Foto durchsuchen.
Ein Satz wie „Wir sind ein Meisterbetrieb für Heizung und Sanitär in Essen-Rüttenscheid und fahren auch nach Bredeney, Huttrop und Rellinghausen" sagt einem Assistenten mehr als ein Slogan wie „Wärme für Ihr Zuhause". Schreiben Sie es so, wie Sie es einem neuen Kunden am Telefon erklären würden.
4. Stimmt Ihr Google-Unternehmensprofil?
Auch das empfiehlt Google ausdrücklich: Das Business Profile soll aktuell sein (mehr dazu in unserem Ratgeber zum lokalen Finden bei Google). Prüfen Sie Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Leistungen. Und achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind: auf Ihrer Seite, im Profil und in Verzeichnissen. Das ist keine offizielle Google-Regel, aber eine einfache Erfahrung. Wenn drei Quellen drei verschiedene Schreibweisen haben, ist es für jeden Computer schwerer zu erkennen, dass es dieselbe Firma ist.
Bewertungen gehören auch hierher. Wer regelmäßig echte Bewertungen bekommt und darauf antwortet, wirkt aktiv.
5. Beantwortet Ihre Seite die Fragen, die Kunden wirklich stellen?
Das ist der Punkt, an dem man am meisten gewinnen kann. Überlegen Sie, welche Fragen Ihnen am Telefon oder per Mail immer wieder gestellt werden. Bieten Sie Notdienst an? Kommen Sie auch am Wochenende? Was kostet die Anfahrt? Machen Sie daraus eine eigene Rubrik mit kurzen, ehrlichen Antworten. Solche Antworten werden von Menschen gern gelesen und von KI-Systemen gern zitiert.
Was Sie sich bei der KI-Suche sparen können
Google schreibt klar, dass für diese Funktionen keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine KI-Textdateien und kein besonderes Markup nötig sind. Wer Ihnen für „KI-Optimierung" teure Zusatzpakete verkaufen will, sollte das erklären können. Strukturierte Daten dürfen Sie gern nutzen, sie müssen aber zu dem passen, was auf der Seite steht.
Ganz ohne Test geht es nicht, auch nicht bei der KI-Suche. Fragen Sie selbst einen Assistenten nach Ihrem Gewerbe in Ihrem Stadtteil und schauen Sie, wer genannt wird. Die Antworten ändern sich, das ist eine Momentaufnahme. Aber sie zeigt, wo Sie stehen und wer Ihre Konkurrenz ist. Wenn Sie dabei auf Ungereimtheiten stoßen, schreiben Sie uns. Wir schauen gern mit drauf.
