Ihre Website prüfen können Sie in etwa zehn Minuten, und zwar selbst. Sie brauchen dafür nur Ihr Handy, eine Stoppuhr und einen Kugelschreiber. Wir gehen zwölf Punkte durch, die wir uns bei einem Website-Check als Erstes ansehen. Wer die Seite einmal so durchgeht, sieht oft sofort, wo es hakt.
Wenn Sie Ihre Website prüfen, machen Sie es am besten so, wie ein Kunde es tun würde: unterwegs, mit dem Handy, ohne Vorwissen. Und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Ein Haken gibt es nur, wenn die Antwort wirklich ja lautet.
Website prüfen: Zuerst am Handy
1. Sieht die Seite auf dem Handy ordentlich aus? Öffnen Sie Ihre Adresse im Browser Ihres Smartphones. Läuft Text über den Rand? Müssen Sie mit zwei Fingern hineinzoomen, um etwas zu lesen? Sind Knöpfe so klein, dass Sie daneben tippen? Wenn ja, verlieren Sie Besucher, bevor die erste Zeile gelesen ist.
2. Funktionieren Telefonnummer, Adresse und E-Mail per Fingertipp? Tippen Sie auf Ihre Nummer. Das Handy sollte anbieten, sie zu wählen. Tippen Sie auf die Adresse, dann sollte die Karte aufgehen. Klingt nach Kleinigkeit, aber wer gerade vor einer geschlossenen Tür steht oder ein Problem mit der Heizung hat, tippt nicht gern Ziffern ab.
3. Wie schnell ist die Seite? Schalten Sie das WLAN aus und laden Sie die Startseite über Mobilfunk. Zählen Sie mit. Dauert es länger als ein paar Sekunden, bis Sie etwas lesen können, ist das ein Problem. Als Richtwert nennt Google für den sichtbaren Hauptinhalt höchstens 2,5 Sekunden, gemessen bei drei von vier Besuchern (web.dev zu den Core Web Vitals). Eine genauere Messung bekommen Sie kostenlos bei PageSpeed Insights: Adresse eintragen, warten, Ergebnis ansehen. Die Zahl für „Mobil" ist die, die zählt.
Website prüfen: Was auf die Seite gehört
4. Ist das Impressum schnell zu finden? Es muss von jeder Seite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein, und zwar auch auf dem Handy. Prüfen Sie, ob Name, Anschrift (kein Postfach) und E-Mail-Adresse noch stimmen. Wer umgezogen ist und die Seite nie angefasst hat, wird hier gern fündig.
5. Gibt es eine Datenschutzerklärung, die zu Ihrer Seite passt? Lesen Sie sie wirklich einmal durch. Stehen dort Dienste drin, die Sie gar nicht nutzen? Fehlt dafür etwas, das tatsächlich läuft, zum Beispiel das Kontaktformular? Dazu schreiben wir in einem eigenen Beitrag mehr.
6. Beginnt die Adresse mit https? Schauen Sie links in der Adresszeile. Ein Schloss oder zumindest keine Warnung des Browsers. Steht dort „Nicht sicher", sollten Sie das noch heute klären.
Der erste Eindruck
7. Ist alles noch aktuell? Öffnungszeiten, Preise, Telefonnummern, Mitarbeiter, Angebote. Und ganz unten im Footer: Steht dort noch „© 2019"? Dann denkt jeder, dass sich hier seit Jahren nichts tut.
8. Versteht ein Fremder in fünf Sekunden, was Sie anbieten? Das ist der Test, den wir am liebsten machen. Zeigen Sie jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, die Startseite für fünf Sekunden und nehmen Sie das Handy dann weg. Fragen Sie: Was macht die Firma, wo sitzt sie, wie kann ich sie erreichen? Wenn die Antworten fehlen oder falsch sind, liegt es meistens am Text über dem ersten Bildschirmende und nicht am Design.
9. Sind die Bilder gut? Eigene Fotos von Ihrem Betrieb, Ihrem Team und Ihrer Arbeit wirken fast immer besser als Standardbilder, die man von anderen Seiten schon kennt. Achten Sie auch auf unscharfe, gestreckte oder winzige Bilder.
Kleine Technik, große Wirkung
10. Kommt Ihr Kontaktformular wirklich an? Füllen Sie es selbst aus, mit einer anderen Adresse als Ihrer eigenen, wenn möglich. Kommt die Mail an? Auch im Spam-Ordner nachsehen. Bekommt der Absender eine Bestätigung? Ein Formular, das nicht mehr zustellt, fällt oft erst auf, wenn ein Kunde sich irgendwann beschwert.
11. Funktionieren die Links? Klicken Sie sich durch die Menüpunkte und ein paar Links im Text. Eine Fehlerseite („404") oder ein Link, der ins Nichts führt, sieht nach Vernachlässigung aus.
12. Was zeigt Google, wenn Sie nach sich suchen? Geben Sie Ihren Firmennamen und die Stadt ein. Ist Ihre Seite überhaupt dabei? Stimmen Titel und Beschreibung unter dem Treffer? Und stimmen Adresse und Öffnungszeiten im Google-Unternehmensprofil rechts oder oben? Wie Sie dort besser gefunden werden, steht in unserem Ratgeber zum lokalen Finden bei Google.
Und jetzt zählen
Zählen Sie Ihre Haken. Bis zu drei Mal „nein" ist normal und meist schnell erledigt. Bei vier bis sechs lohnt es sich, in den nächsten Wochen aufzuräumen. Bei sieben oder mehr sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie die Seite weiter flicken oder besser neu aufsetzen. Bei dieser Entscheidung hilft unser Ratgeber zu WordPress und Baukasten-Systemen.
Beides ist völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass Sie es wissen. Und wiederholen können Sie den Test jederzeit: Wer seine Website prüfen will, braucht dafür auch in einem Jahr nur zehn Minuten. Wenn Sie wollen, schreiben Sie uns Ihr Ergebnis und die Adresse Ihrer Seite. Die Erstberatung ist bei uns kostenlos, und wir sagen Ihnen ehrlich, was sich lohnt und was nicht.
